Mit Dem Widerstand Des Ukrainischen Volkes Für Seinen Sieg Gegen Die Aggression

Language
Deutsch
Date
June 2, 2022
Author
Collective
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Wie zur Zeit des Befreiungskampfes des vietnamesischen Volkes haben wir immer auf der Seite der unterdrückten und angegriffenen Völker gestanden, ob sie nun von den USA (und ihren NATO-Verbündeten) oder der UdSSR (und ihren Verbündeten im Warschauer Pakt) angegriffen wurden.

Wir sind uns bewusst, dass der Kampf für nationale und soziale Befreiung der Völker über die verschiedenen Ozeane und Kontinente hinweg einzigartig und weltumspannend ist.

Wir haben nie akzeptiert und werden auch nie akzeptieren, dass irgendeine Macht oder ein Militärblock ein Volk daran hindern kann, über seine eigene Zukunft zu entscheiden, was im Widerspruch zum Recht der Völker auf nationale Selbstbestimmung steht.

Aus diesen Gründen stehen wir an der Seite des Widerstands des ukrainischen Volkes gegen die Aggression des russischen Imperialismus und seinen Versuch, das zaristische und später das sowjetische Imperium wieder zu errichten.

Wie bei anderen nationalen Befreiungskämpfen ist unsere Solidarität mit dem Volk der Ukraine bedingungslos und unabhängig von einem Urteil über seine politische Führung, weil es allein der Ukraine und den Ukrainer:innen obliegt, über die Zukunft ihres Landes zu entscheiden.

Es liegt auch ausschließlich in der Verantwortung des ukrainischen Volkes, zu entscheiden, ob es den Krieg für die nationale Unabhängigkeit fortsetzen und welche Bedingungen für einen Frieden mit dem Aggressor es akzeptieren will.

Der wirksame ukrainische Widerstand gegen die Invasion der russischen Supermacht zeigt zweifellos die Stärke des moralischen Faktors und den Willen der Bevölkerung: und widerlegt die halbrassistischen Theorien, die die Ukrainer:innen zu einem bloßen Spielzeug in den Händen der NATO machen. In diesem Sinne können wir im Gegenteil sagen, dass das ukrainische Volk moralisch und politisch bereits gesiegt hat. Der militärische Sieg, den wir natürlich unterstützen, wird jedoch schwieriger zu erreichen sein.

Der von Putins halbdiktatorischem Regime gewollte Krieg:

● ist eine Aggression gegen das Leben ukrainischer Bürger:innen und gegen die Unabhängigkeit des ukrainischen Volkes ;

● ist eine Aggression gegen russische Bürgersoldaten aller Nationalitäten, die zur Schlachtbank geschickt werden und die Ukrainer:innen zerquetschen sollen, nur um das innenpolitische Regime und den russischen Kapitalismus zu stärken ;

● ist eine Bedrohung für alle postsowjetischen Republiken durch den großrussischen Imperialismus und Nationalismus;

● ist ein Anreiz für andere imperiale Mächte, militärische Interventionen in der Welt durchzuführen;

● hat bereits zu einer Stärkung und Ausweitung der NATO und zu einer Vervielfachung der Militärausgaben geführt ;

● ist ein Anreiz für die Verbreitung von Atomwaffen, obwohl die Ukraine die strategischen und taktischen Atomsprengköpfe sowie die Trägersysteme, die sie zur drittgrößten Atommacht der Welt machten, freiwillig an Russland abgetreten hatte. Im Gegenzug hatte sich Russland 1994 verpflichtet, die Integrität und Souveränität der Ukraine zu respektieren. Die Ukraine ist der erste Staat der Welt (nach Südafrika), der die nukleare Abrüstung einseitig vollzogen hat.

Wenn das nationalistische halbdiktatorische Regime in Russland, das von vielen Organisationen der europäischen Rechten unterstützt wird, den Eindruck erweckt, es wolle die Ukraine "entnazifizieren", ist dies eine Beleidigung der Opfer des Holocausts, des Antifaschismus und auch der Opfer der sowjetischen Völker im Krieg gegen das Dritte Reich.

Es ist nicht angemessen von einem Krieg zwischen Imperialismen zu sprechen, da die Ukraine kein imperialistisches Land ist, sondern sowohl vom russischen als auch vom westlichen Kapital durchdrungen wird.

Frieden kann nicht als ein Abkommen zwischen imperialistischen Mächten verstanden werden, die ihre Einflusssphären über die Bevölkerungen hinweg aufteilen.

Wir können nicht einfach sagen: „Stoppt den Krieg“, sondern wir müssen für den Rückzug der Invasionstruppen oder ihre militärische Niederlage kämpfen.

Man kann dem ukrainischen Volk nicht sagen, es solle Widerstand leisten, ohne ihm das Recht zuzugestehen, sich für seine legitime Verteidigung angemessene Waffen zu beschaffen, wo und wie es kann. Es kann keine Äquidistanz zwischen dem Widerstand eines Volkes und dem Aggressor geben.

Deshalb fordern wir maximale Solidarität, sowohl ideell als auch materiell, mit dem Widerstand des ukrainischen Volkes gegen Putins imperialistische Invasion. Wir fordern Solidarität mit denjenigen in Russland, die sich dem Krieg widersetzen und dabei viele Jahre Gefängnis riskieren, und mit jenen russischen Soldaten, die sich weigern, weiter gegen ihre ukrainischen Brüder zu kämpfen.

Zusätzlich zu den lokalen Initiativen zur Solidarität mit dem ukrainischen Volk schlagen wir vor, einen weltweiten Tag der Solidarität mit dem ukrainischen Widerstand zu verkünden, wie es beim Befreiungskampf in Vietnam und gegen die imperialistische Aggression im Irak der Fall war.

Auf der Grundlage unserer Erklärung schließen wir uns der Initiative des Europäischen Netzwerks für Solidarität mit der Ukraine - European Network in Solidarity with Ukraine (ENSU) - an.

First signatures

(Argentina) Horacio Tarcus, Beatriz Sarlo, Vera Carnovale, Laura Fernández Cordero, Martín Baña, Alejandro Gallian, Maristella Svampa, Pablo Stefanoni, Pablo Alabarces, Carlos Altamirano, Carlos Penelas, Mariano Schuster, Abel Gilbert, Alejandro Katz, Horacio Ricardo Silva, Karina Jannello, Adrián Gorelik, Hugo Vezzetti

(Brasil) Maria Elisa Cevasco, Vanessa Oliveira

(Canada) Jeffery R. Webber

(Chile) Patricioi Calderón

(Cuba) Julio César Guanche

(Ecuador) Marc Saint-Upery

(España) Jaime Pastor Verdú, Alfons Bech

(Euskal Herria) Joxe Iriarte «Bikila»

(France) Michel Antony, Michael Löwy, Richard Neuville, Dardo Scavino, Jean Puyade, Christian Mahieux, Patrick Silberstein, Robi Morder, Mariana Sanchez, Hélène Roux, Elisa Moros, Catherine Samary, Pierre Pelan, Patrick Le Trehondat, Sylvain Silberstein, Romain Descottes, Francis Sitel, Armand Creus, Jean-Paul Bruckert, Eva Roussel, Irène Paillard, Stefan Bekier, John Barzman, Laurence Boffet, Nara Cladera, Hortensia Ines, Julien Troccaz, Jan Malewski, Vincent Présumy, Julien Salingue, Michel Lanson

(India) Jairus Banaji, Rohini Hensman

(Italia) Antonella Marazzi, Roberto Massari, Michele Nobile, Riccardo Bellofiore, Oreste Scalzone, Laris Massari, Giorgio Amico, Andrea Furlan, Giovanna Vertova, Liben Massari, Dario Giansanti, Cinzia Nachira, Anna Della Ragione, Walter Baldo C., Andrea Coveri, Marco Noris

(México) Rafael Mondragón, Manuel Aguilar Mora, Ismael Contreras, Jaime González, Alvaro Vázquez, José Juan Grijalva

(Nederland) Jan Lust

(Österreich) Christian Zeller

(Panama) Ligia Arreaga

(Perú) Hugo Blanco, José-Carlos Mariátegui (nieto)

(Polska) Zbigniew M. Kowalewski, Katarzyna Bielińska, Stefan Zgliczyński, Michał Siermiński, Szymon Martys, Paweł Szelegieniec, Artur Maroń, Jacek Drozda, Paweł Michał Bartolik, Michał Kozłowski

(Suisse-Schweiz-Svizzera) Stefanie Prezioso, Jean Batou

(Ukraïna[Україна]) Hanna Perekhoda, Vladislav Starodubtsev, Taras Bilous, Denys Gorbach

(United Kingdom) Alessandra Mezzadri, Gilbert Achcar

(United States) Scott Carter, Linda Allegro, Dan La Botz, Sherry Baron, Samuel Farber, Nancy Hollmstrom

(Uruguay) Gerardo Garay, Gerardo Caetano